Wir bauen das freie, kostenlose WLAN für Essen.
Sibyllastr. 9
Essen
North Rhine-Westphalia
45136
Germany

Worum geht's?

Freifunk ist eine gemeinnützige, hierarchielose Initiative für freie Funknetzwerke. Konkret hat sich Freifunk zum Ziel gesetzt, offene WLAN-Netze einzurichten und diese miteinander zu verbinden. Dies ermöglicht einen freien Datenverkehr „durch die Luft“ in der ganzen Stadt und eine kostenlose Anbindung ans Internet.
Die Vision von Freifunk ist die Verbreitung freier Netzwerke, die Demokratisierung der Kommunikationsmedien und die Förderung lokaler Sozialstrukturen. Durch die Vernetzung ganzer Stadtteile wollen wir der digitalen Spaltung entgegenwirken und freie, unabhängige Netzwerkstrukturen aufbauen.

ZDF Elektrischer Reporter über Freifunk Berlin


Wie funktioniert das?

Wir nutzen Meshing (zu Deutsch Vermaschung), um ein selbstorganisierendes Netzwerk aufzubauen. Jeder Teilnehmer stellt seinen Freifunkrouter für den Datentransfer der anderen zur Verfügung; so entsteht ein Gemeinschaftsnetz.

Was sind Meshnetzwerke und wie funktionieren Meshingprotokolle?

Jeder Freifunkrouter bildet einen Knoten in unserem Netzwerk. Die Knoten reichen die Daten von einem Knotenpunkt zum nächsten weiter. Das kannst du dir so vorstellen: Du möchtest ein Paket mithilfe deiner Freunde verschicken. Du gibst es einem Freund mit, der nur auf den Bestimmungsort guckt und es dem nächsten Freund in der entsprechenden Richtung weitergibt. Das machen sie so lange, bis das Paket angekommen ist.

Die meisten Internetanbieter funktionieren jedoch so: Sie sind ähnlich einem Paketdienst, der Geld kostet. Er schaut in die Pakete hinein und entscheidet dann, welche er mit hoher Geschwindigkeit weiterleitet und welche nicht. Womöglich läßt sich dieser Paketdienst auch von Institutionen beeinflussen, die den Inhalt der Pakete in der Paketzentrale begutachten wollen oder ihn unter Druck setzen, die Lieferungen von der Zentrale nicht mehr zu verteilen. Auch Unfälle oder Naturkatastrophen können diese Verteilstelle auslöschen...

In Meshnetzwerken hingegen gibt es keine solche Zentrale. Ein Knoten kann mit mehreren anderen Knoten verbunden sein. Wenn ein Knoten aus dem Netzwerk ausfällt, zum Beispiel durch einen Hardwaredefekt oder aus irgendeinem anderen Grund, suchen dessen Nachbarn automatisch eine andere Route.

Um die kürzesten Routen für die Daten herauszufinden, benutzt Freifunk Essen das von Freifunkern entwickelte B.A.T.M.A.N.-Protokoll. Dieses kann flexibel mit den spontanen Veränderungen in Meshnetzwerken umgehen, da die Informationen über die besten Routen auf das gesamte Netz verteilt sind.

Wie du nun weißt, bildet das Freifunknetz ein eigenes Netzwerk, das unabhängig vom Internet funktioniert. Hier können Menschen lokal kostenlos Webseiten und Dienste betreiben, um Daten auszutauschen, zu telefonieren oder Ähnliches. Eben alles, was auch über das Internet funktioniert... Denk mal darüber nach, wie viele deiner Suchanfragen lokalen Bezug haben. Zum Beispiel das Kinoprogramm, sich mit Leuten aus der Nachbarschaft verabreden und so weiter.

Man kann Internet über das Freifunknetz teilen

Nun kann man an einer Stelle das Netzwerk an eine Internetverbindung anschließen und es so den Nachbarknoten zur Verfügung stellen. Um die Aufsteller der Knoten, die ihren Internetzugang teilen, vor der Störerhaftung zu schützen, bündeln wir den Internetverkehr und schicken ihn verschlüsselt über die Server des Freifunk Rheinland e.V. ins Internet.

Wie wird dieses Netzwerk aufgebaut?

Zum Aufbau dieser Meshnetzwerke benutzen wir neben speziellen günstigen WLAN-Routern für den Innenbereich auch wetterfeste Außeninstallationen und optimieren die Verbindungen mit Richtfunk. Die Stadt Essen hat vor kurzem begonnen, uns die Dächer der städtischen Gebäude für diese Zwecke bereitzustellen. Aber auch du kannst mit einem günstigen Router mitmachen und das Netz erweitern, wenn du Freifunk bei dir empfängst oder aber auch einen solchen Router an deinen Internetanschluss anbinden und somit den ersten Knoten in deiner Umgebung aufbauen. Wie du einen Knoten einrichtest, wird unter „Anleitung“ beschrieben.

Zur Anleitung

Wir benutzen freie Software

Die Router werden mit der Essener Freifunkfirmware bespielt, einer maßgeschneiderten Version von OpenWrt (eine Linux-Distribution). Außerdem kann jeder sehen, was der Router macht, da die gesamte Software quelloffen ist (Grundlage für die Freifunk Essen-Firmware ist Gluon).

Der Router mit der Freifunkfirmware verfügt über eine Benutzeroberfläche, in der man ganz einfach Einstellungen vornehmen kann, ähnlich wie man es von „normalen“ WLAN-Routern kennt.

Es gibt verschiedene Ebenen für den Einsatz der Router:

Kleiner Knoten

Wohnung, Geschäft, Café, Restaurant, Bar

Einfach den Freifunkrouter am Fenster aufstellen und schon verbindet er sich gegebenenfalls mit vorhandenen Freifunkknoten in deiner Nachbarschaft.
Schließe den Knoten an deinen Internetrouter an und er verbindet sich mit den Freifunkservern, um so Internet anzubieten.

Größere Abdeckung

Balkon, hohes Gebäude, öffentlicher Platz, Park, weitläufiges Gelände

Insbesondere höher gelegene Standorte, z.B. Balkone oder Dächer eignen sich, um ein größeres Gebiet mit dem Freifunknetz abzudecken.
Mit Nanostations kann man eine Verbindung bis ~ 5km Entfernung aufbauen. Für stabile Verbindungen wird eine freie Sicht zum entfernten Router benötigt.

Backbone

Dach, Dachgeschoss, öffentliches Gebäude, Rathaus, Kirchturm

Das „Rückgrat“ des Freifunknetzes bilden Richtfunkverbindungen.
Dafür schließen wir Nutzungsverträge mit den Besitzern der Gebäude ab, in denen der Zugang zum Dach, die Stromversorgung und einige andere Punkte geregelt werden. Gebäudebesitzer können auch selbst einen Router auf dem Dach anbringen. Die Stadt Essen unterstützt uns, indem sie uns ihre Gebäude kostenlos zur Verfügung stellt. Da wir Freifunk ehrenamtlich betreiben und kein Geld damit verdienen, sind wir auf Spenden angewiesen, um das Netz weiter auszubauen.

Wo gibt es schon Freifunk?

Wenn du wissen willst, wo in deiner Nähe Freifunk verfügbar ist, kannst du für Essen auf unserer Karte nachsehen, für ganz Deutschland kannst du hier für die meisten Communities eine Karte finden oder lade dir die Freifunk-App für iOS oder Android herunter.

Auf unserer Karte kannst du auch sehen, wie viele Leute gerade einen bestimmten Knoten nutzen, welche Knoten über Funk miteinander verbunden sind und so weiter. Wir arbeiten daran, dass man zukünftig sieht, wo höchstwahrscheinlich Empfang ist. Zurzeit kann man leider nur sehen, wo die Knoten in etwa stehen. Viel Spaß damit!

Zur Karte

Wie kann ich helfen?

Knoten aufstellen

Erweitere das Netzwerk mit einem eigenem Knoten bei dir Zuhause oder in deinen Geschäftsräumen...

Du brauchst nichts zu unterschreiben und auch keine Gebühren zu bezahlen. Du kennst dich ein bisschen mit Computern aus? Dann wirst du kein Problem damit haben, deinen Freifunkrouter nach dieser Anleitung selbst einzurichten.
Du möchtest lieber die Finger davon lassen? Dann kontaktiere uns über das Kontaktformular oder besuche eines unserer Treffen.

Freunden erzählen

Empfehle uns deinen Bekannten, Freunden und Verwandten und erkläre ihnen wie Freifunk funktioniert...

Damit du wirklich verstehst, wie die Technik funktioniert und wie Freifunk organisiert ist, solltest du unsere Treffen besuchen, dich im Freifunk Rheinland Wiki informieren oder unser Forum besuchen. Besorge dir auf den Treffen Informationsmaterial - Hilf uns, Essen noch schöner zu gestalten!

Spenden

Wir betreiben Freifunk ehrenamtlich, verdienen damit kein Geld und sind auf Spenden angewiesen.

Zur Spendenseite
Auch über Sachspenden in Form der unterstützten Router, freuen wir uns sehr.

Häufig gestellte Fragen

Was kostet die Benutzung von Freifunk?

Sie ist völlig kostenlos und wird durch Spenden finanziert.

Was habt ihr davon?

Wir sind technisch interessierte Menschen und es macht uns einfach Spaß, dieses Netzwerk aufzubauen. Außerdem... Möchte nicht jeder gerne überall in seiner Stadt kostenlos surfen können? Wir wollen unsere Stadt noch besser machen.

Ist Freifunk legal?

Ja, da der Betreiber unserer Server, der Freifunk Rheinland e.V., ein Internetanbieter ist und der Internetverkehr der Freifunkrouter über diese Server umgeleitet wird, muss sich jemand, der einen Knoten aufstellt, keine Sorgen um rechtliche Probleme machen. Wenn ein Unbekannter beispielsweise urheberrechtlich geschützte Filme oder Musik herunterlädt, entfällt wegen des Providerprivilegs bei Freifunk Essen die Störerhaftung für den Aufsteller des Knotens. Im Internet gibt sich der Freifunkknoten nur als Vereinsrouter zu erkennen. Genauso machen es die meisten kommerziellen Hotspot-Provider.

Gibt es eine Garantie für Freifunk?

Nein, da Freifunk kostenlos ist und von Bürgern für Bürger gemacht wird, können wir auch selbstverständlich nicht dafür garantieren, dass Freifunk immer verfügbar ist. Aber welcher Internetanbieter tut das schon? In der Praxis ist es jedoch so, dass Freifunk in bestimmten Fällen sogar ausfallsicherer als „normales Internet“ ist, da wenn mehrere Knoten Empfang zueinander und Internet haben und die Internetverbindung bei einem ausfällt, der Verkehr über die anderen Knoten umgeleitet wird.

Ist Freifunk abhörsicher?

Wir sagen dir ganz ehrlich: Nein, aber das „normale Internet“ ist es auch nicht. Bei so gut wie jedem Internetanbieter in Deutschland (vor allem bei Hotspots) werden die Daten unverschlüsselt übertragen. Man sollte gerade wenn man sich irgendwo mit einem Passwort anmeldet, wie etwa beim Onlinebanking darauf achten, dass die Verbindung zusätzlich verschlüsselt ist. Achte darauf, dass du https und SSL Verschlüsselung benutzt, wenn du persönliche Daten überträgst (z.B. grünes Schloss in der Adresszeile deines Browsers).

Ist Freifunk gesundheitsschädlich?

Es handelt sich um normales WLAN, welches mit zu den schwächsten Strahlenquellen gehört. Sich ein Handy oder Funktelefon direkt an den Kopf zu halten, ist wesentlich gefährlicher. Nach heutigem Stand der Wissenschaft, ist Freifunk völlig ungefährlich.

Wieso WLAN?

Mit WLAN können Daten mobil mit hoher Bandbreite gesendet und empfangen werden (bis zu 2000 Mbit brutto entsprechend DSL 2.000.000 also „DSL zwei Millionen“). Die Kosten für WLAN-Hardware sind gering und es entstehen kaum Betriebskosten. WLAN kann auch dort eingesetzt werden, wo es keine Kabel gibt oder eine Kabelverbindung zu teuer ist.

Wieso braucht man Freifunk?

Die Informations- und Kommunikationsfreiheit im Internet wird zunehmend eingeschränkt. Trotz des Slogans „Internet für Alle“ gibt es Anzeichen einer digitalen Kluft – ärmere, weniger technisch versierte und ältere Menschen nehmen wenig oder gar nicht am Informationszeitalter teil. In dünn besiedelten und strukturschwachen Gebieten werden keine (bezahlbaren) Breitbandanschlüsse angeboten. Wir wollen das ändern. Außerdem gehört freies WLAN ohne komplizierte Anmeldung und Zeitbeschränkung heutzutage zum guten Ton einer Großstadt. Es ist eine Investition in die Zukunft unserer Heimat, macht sie attraktiver für Touristen und Investoren und schafft damit Arbeitsplätze.